Vorentscheidung oder Titel-Krimi? Vornbach gegen Künzing − Stimmen und Stimmungen rund um den Bezirksliga-Knaller
Beide geben den Ton an in der Bezirksliga Ost. Beide stehen für Offensiv-Spektakel, wenngleich das Hinspiel nur 1:1 endete. Beide haben außergewöhnliche Spieler, die auch schon höherklassig unterwegs waren, in ihren Reihen. Und beide treffen an diesem Samstag zum Top-Duell aufeinander.
Die Partie Spitzenreiter Vornbach gegen Verfolger Künzing an diesem Samstag (15 Uhr) hat durchaus richtungsweisenden Charakter für die Restsaison. Die Heimatzeitung liefert dazu im Vorfeld die wichtigsten Fakten, Erkenntnisse und analysiert die Ausgangslage.
Historie
Das Duell der beiden Top-Klubs gab es in der jüngeren Vergangenheit erst fünf Mal. Der Hintergrund: Während Künzing schon mehr als eine Dekade in der Bezirksliga heimisch ist, stieg Vornbach erst in der Saison 2021/2022 in der Relegation auf. Bislang entschied die DJK zwei Partien für sich, bei zwei Remis und einer Niederlage.
2022/23: Künzing – Vornbach 0:3, Vornbach – Künzing 2:5. Die DJK feierte in der Premierensaison gleich den Vizetitel, scheiterte in der anschließenden Relegation zur Landesliga aber an Dachau. Künzing sah in dieser Spielzeit lange wie der sichere Meister aus und verspielte auf der Zielgeraden alles, landete am Ende nur auf Rang 3.
2023/24: Vornbach – Künzing 2:1, Künzing - Vornbach 0:0. Hinter Passau und Hutthurm verpasste Vornbach wieder nur hauchdünn den ganz großen Wurf, während Künzing einen Umbruch im Team schulterte und auf Rang 5 einlief.
2024/25: Künzing – Vornbach 1:1. Auch heuer stehen beide Mannschaften wieder im Mittelpunkt. Aktuell sieht es ganz danach aus, als könnten die Innstädter im dritten Anlauf den ganz großen Wurf landen, während Künzing auf dem Weg in die Relegation ist.
Die Ausgangslage
Fünf Zähler hat die DJK Vorsprung auf die Römer. Sollten die Innstädter die Partie für sich entscheiden können, wären sie auch Punkte vor – und könnten die Champagner noch kühler einlagern. Geht dagegen die „Macht von der B8“ als Sieger vom Platz wäre der Titelkampf neun Spieltage vor Ende der Saison wieder richtig spannend. Ähnlich sieht es auch Künzings Coach Matthias Süß: „Wenn wir das Spiel Verlieren, ist das Thema durch, dann ist es kein Kampf mehr um den Titel, weil diesen Vorsprung lassen sie sich nicht mehr nehmen. Für uns geht es aber dann immer noch um Platz 2.“
Heiko Schwarz, der Vornbacher Trainer, will diese These noch nicht ganz unterschreiben. „Tatsächlich sind wir noch nicht am rechnen. Wir wissen um die Situation, wissen dass sich der Vorsprung dann vergrößert. Wären es anschließend nur mehr drei oder vier Spieltage, dann würde ich sagen: Ok, da kann man von einer Vorentscheidung reden. Aber es sind immer noch neun Spiele, da kann immer noch viel passieren.“
Die Gegner-Analyse
Die Fakten sprechen für sich: „Das ist eine überragende Mannschaft, auf diesem Niveau, deshalb haben sie zu Recht so viele Punkte eingespielt“, so Süß. In der Tat spielen die Vornbacher bislang eine sensationelle Runde, haben bislang nur sehr, sehr wenig liegengelassen und stehen zu Recht seit dem fünften Spieltag ununterbrochen auf 1. Eine Position, die zuvor Künzing von Spieltag 2 bis 4 inne hatte. Dennoch hat man beim FCK schon ein, zwei Ansätze, wie man die DJK packen kann, ohne dabei aber die eigene Taktik nicht komplett über den Haufen werfen zu müssen. Auf der Suche nach richtigen Schwachstellen beißen sich die Gegner aber bislang regelmäßig die Zähne aus, Kapitän Fuchs, Schopf Kreilinger, Kimberger, Schacherbauer oder Keeper Weiß sind die tragenden Gesicher des aktuellen Erfolgs.
Auch in Vornbach schätzt man den Gegner, der „eine super Runde spielt“ sehr stark ein. Gerade die Achse um Torhüter Schedlbauer, Spielertrainer Burmberger, Tiefenbrunner, Kapitän Seidl und Drexler hat sich gefunden und eingespielt. Zu diesen höherklassig erprobten Kickern kommen dann noch drum herum talentierte Jungs, die auch viel Qualität mitbringen. Schwarz: „Wir werden grundsätzlich jetzt nichts was ganz Verrücktes machen, sondern versuchen, unser Spiel entschlossen und mutig durchzuziehen und natürlich ein besonders Augenmerk auf deren Schlüsselspieler haben. Wir werden uns aber nicht nach dem Gegner richten.“
Die Favoritenrolle
Die gibt es nicht. Darüber sind sich beide Seiten einig. „Das ist eine 50:50-Partie. Ich würde ihnen jetzt nicht die Favoritenrolle zuspielen“, sagt Matthias Süß. Der Künzinger geht davon aus, „dass es keine eindeutige Geschichte wird und Kleinigkeiten entscheidend sein werden“. Auch Schwarz sieht hier eine „Nummer auf Augenhöhe“. Vieles wird auch von der Tagesform der Schlüsselspielern ankommen. Wer kann das Glück auf seine Seite ziehen und die besonderen Momente positiv nutzen. „Wir spielen daheim, stehen auf 1. Das sind kleine Faktoren, aber keine um eindeutig Favorit zu sein“, so der DJK-Trainer.
Die Personalien
Künzing hat ein, zwei kranke Spieler zu beklagen, dazu musste Goalgetter Seidl nach rund 60 Minuten angeschlagen runter, ebenso Fabian Burmberger. Matthias Süß ist sich aber sicher: „Alle beißen auf die Zähne.“ Die drei Kreuzband-Geschädigten Lucas Forster, Lukas Zettelmeier und Maximilian Bauer sowie Tim Sporrer und Philipp Wolff (beide Muskelverletzungen) stehen ohnehin nicht zur Verfügung.
„Stand jetzt ist der Kader zum Osterhofen-Spiel unverändert. Alle Mann sind an Bord“, sagt Schwarz. Fixe Ausfälle sind nur die Langzeitverletzten Luis Hager, Alexandros Hatjissavas und Philipp Schindl.
Das Restprogramm
DJK Vornbach: SV Hutthurm (A), Spvgg Ruhmannsfelden (H), SV Garham (H), TSV DJK Oberdiendorf (A), TSV Mauth (H), SV Schöfweg (A), SV Grainet (H), Spvgg Niederalteich (A), FC Obernzell-Erlau (H).
FC Künzing: TSV DJK Oberdiendorf (H), TSV Mauth (A), SV Schöfweg (H), SV Grainet (A), Spvgg Niederalteich (H), FC Obernzell-Erlau (A), TSV Grafenau (H), SV Oberpolling (A), TSV Waldkirchen (H).
Quelle: Heimatsport.de
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