Die „Jungen“ rücken in den Fokus: In Waldkirchen entsteht eine neue Hierarchie
Im Schatten des Topspiels in Ruhmannsfelden (gegen Künzing) kämpft das Bezirksliga-Quartett aus dem Landkreis Freyung-Grafenau um die besten Plätze im Mittelfeld der Tabelle. Aktuell ist der TSV Waldkirchen „best of the rest“ – ein Indiz dafür, dass das junge Team um Trainer Sven Halfar allmählich erwachsen wird.
Drei Siege aus den zurückliegenden vier Partien haben die Waldkirchner auf Rang drei gespült. Der Tabellenplatz ist jedoch zweitrangig. Das gilt nicht nur für den TSV. Keiner der vier Landkreisvereine hegt Ambitionen Richtung Landesliga, anders formuliert: Die Fußballer aus Grafenau, Grainet, Mauth und Waldkirchen wollen einfach weiter in der Bezirksliga Ost spielen. Eine gute Rolle, eine sorgenfreie Saison . Auf diesem Weg haben sich alle an den ersten acht Spieltagen in eine gute Situation gebracht – mit 14 (Waldkirchen) bis elf Punkten (Mauth).
Relativ stabil wirkte im August die Mannschaft des TSV Waldkirchen, obwohl sie eine der jüngsten der Liga ist. Das Durchschnittsalter liegt laut Trainer Sven Halfar bei 22 Jahren und das Team steckt mitten in einem Reifeprozess: der Bildung einer neuen Hierarchie. Nach den Abschieden von Manuel Karlsdorfer oder Simon Boxleitner (beide Karriereende) müssen andere ihre Führungsrolle übernehmen. Zumal seit einigen Wochen mit Christoph Neuwirth der etatmäßig Kapitän verletzte fehlte. Am Freitagabend im Heimspiel gegen Oberdiendorf (19 Uhr) sitzt er immerhin auf der Ersatzbank. Dabei hat Halfar eine erfreuliche Beobachtung gemacht: „Man sieht man immer mehr, dass die jungen Spieler Verantwortung übernehmen wollen.“ Als Paradebeispiel nennt er Maximilian Stegbauer (24), der zuletzt die Kapitänsbinde trug und mit Leistung voranging.
Mit einem Spiel wie in Bischofsmais wirst du als Mannschaft ein Stück weit erwachsen.
Sven Halfar, Trainer des TSV Waldkirchen
Aber es spielen sich weitere Akteure in den Mittelpunkt. Innenverteidiger Angelo Sigl (23) hat noch keine Spielminute verpasst, Nico Bauer (19) oder Noah Renoth (21) stehen für die Variabilität des TSV in der Offensive. Renoth, der am Freitag nicht mit von der Partie sein kann, hat bereits fünf Saisontore erzielt und seinem Trainer damit bestätigt, „dass er viel Qualität hat“. Nico Bauer, der gerne im Offensivzentrum die Fäden zieht, glänzte am Sonntag mit einem schnell ausgeführten Freistoß und einem Solo, leitete damit zwei der vier Tore ein. Kurzum Trainer Sven Halfar hat viel Spaß, mit seinen Jungs und beobachtet ihre Entwicklung mit Freude: „Mit einem Spiel wie in Bischofsmais, wo du 0:1 zurückliegst und souverän gewinnst, wirst du als Mannschaft ein Stück weit erwachsen“, betont der 27-Jährige.
TSV Mauth bleibt nach fünf sieglosen Spielen gelassen
Trotzdem, es gehe nur Schritt für Schritt voran und daher werde man weiterhin Geduld brauchen, betont Halfar. „Wir müssen beispielsweise auf dem Platz noch viel mehr miteinander reden, da fehlt uns noch einiges“, gesteht der Waldkirchner Trainer, der erwartet, dass am Samstag einen Gegner erwartet, „der offensiv viel Betrieb machen kann“. Man dürfe sich gegen Oberdiendorf keinesfalls Passivität erlauben: „Wir müssen nah am Mann sein, Standards des Gegners vermeiden und bereit sein für viele Zweikämpfe“.
Eine erste Durststrecke aushalten müssen gerade die Fußballer des TSV Mauth – seit fünf Partien ist der TSV sieglos. Am Sonntag treten sie in Bischofsmais an (16 Uhr). Gelingt beim Aufsteiger der Befreiungsschlag? Trainer Robert Madl strahlt nach wie vor Ruhe aus: „Wir haben auch nach dem guten Start gesagt, dass wir kein Spitzenteam sind, weil uns bewusst war, dass solche Phasen kommen werden.“ Jetzt ist es soweit, „und wir halten an unserer Spielidee fest, zum Sport gehört es, dass es mal nicht so rosig läuft“, betont der 41-Jährige. Als Hauptgrund für die Misere hat Madl ausgemacht, „dass wir in den entscheidenden Momenten nicht die richtigen Entscheidungen treffen“, beschreibt er. Wenn ein Team zwei, drei oder sogar fünf Mal nicht gewinnt, dann „hemmt das Spieler“. Das Trainerteam habe die Truppe um Kapitän Christian Fuchs darauf vorbereitet und Madl sagt ihr vor dem Duell mit den Geißkopfkickern: „Wir müssen robust auf dem Platz stehen, dürfen uns den Schneid nicht abkaufen lassen: laufen, kämpfen und Fußballspielen – wenn uns das gelingt, wendet sich das Blatt.“
Grafenau im Heimspiel-Flow, Grainet erwartet „sauschweres Auswärtsspiel“
Für Grainet und Grafenau geht es am 9. Spieltag gegen Teams, deren jüngste Serien am vergangenen Wochenende endeten. Schalding II, das den SVG erwartet (Freitag, 18 Uhr), musste nach fünf ungeschlagenen Partien in Künzing eine Niederlage hinnehmen (0:1); Obernzell-Erlau, das in Grafenau zu Gast ist (Samstag, 15 Uhr) feierte gegen Hutthurm (5:2) den ersten Dreier nach vier sieglosen Spielen. In Grainet stellt man sich auf ein „sauschweres Auswärtsspiel“ ein, wie es Trainer Hannes Gastinger formuliert. Schließlich kennt er die Heimergebnisse des Aufsteigers, der schon Ruhmannsfelden (2:1) oder Garham (4:0) knackte. „Wir müssen in jedem Fall defensiv gut stehen“, fordert Gastinger. Die „Stodbärn“ wollen sich mit dem FCOE im direkten Duell mindestens eine Mannschaft, die in der Rangliste hinter ihnen steht, vom Leib halten. Zuletzt konnten sich die Fans des TSV darauf verlassen, dass die Truppe um Maxi Pleintinger in Heimspielen abliefert. In den letzten drei Partien in der Galgenau erzielte sie jeweils drei Tore, holte damit sieben Punkte – eine vergleichbare Ausbeute wäre der ideale Start ins Weinfest, das nach dem Abpfiff auf dem Sportgelände stattfindet.
9. Spieltag am Freitag, 18 Uhr: SV Schalding II – Grainet; 18.30 Uhr: Hutthurm – Niederalteich; 19 Uhr: Waldkirchen – Oberdiendorf; Samstag, 15 Uhr: Grafenau – Obernzell-Erlau, Oberpolling – Garham; 17 Uhr: Ruhmannsfelden – Künzing, Hofkirchen – GW Deggendorf; Sonntag, 16 Uhr: Bischofsmais – Mauth.
Quelle: Heimatsport.de
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