Wie kommt Oberdiendorf aus dem Keller? Das sagen Anetzberger und Autengruber
25 Buden waren es für Fabian Schwarz in der vergangenen Saison. In dieser Spielzeit wartet der Torjäger des TSV-DJK Oberdiendorf dagegen noch auf seinen ersten Treffer. Irgendwie passt seine Ladehemmung ins Bild beim Fußball-Bezirksligisten: Vorne fehlt die letzte Konsequenz, die Durchschlagskraft, die Effizienz, hinten wird jeder noch so kleiner Fehler gnadenlos vom Gegner bestraft. Die Bilanz nach sieben Spielen: Ein Sieg, ein Unentschieden, fünf Niederlagen, mit vier Punkten und 5:19 Toren Schlusslicht.
Dabei ist die unbefriedigende sportliche Situation nicht so eindeutig, wie es die Zahlen vielleicht vermuten lassen. „Wir haben nicht immer schlecht gespielt“, betont Abteilungsleiter Thomas Anetzberger. Beim scheinbar klaren 0:4 gegen den TSV Waldkirchen habe die Mannschaft in den ersten 45 Minuten eine „starke Leistung“ geboten, bis zur Pause trotzdem zwei Kisten hinnehmen müssen, „und nach dem dritten Gegentreffer gleich nach der Halbzeit war die Partie durch.“ Anders als jüngst bei der SpVgg Ruhmannsfelden, als beim 1:5 „vieles nicht passte. Wirklich nicht berauschend“.
Der erste Ansatzpunkt für Anetzberger ist deshalb klar: „Wir müssen als Mannschaft besser verteidigen.“ Gerade wenn es nicht läuft, müsse zunächst das eigene Tor besser geschützt werden. Zu viele Gegentreffer seien bislang kassiert worden. Dazu kommt ein Faktor, der eigentlich zu den Stärken der Oberdiendorfer gehört. Kampf, Einsatz und Laufbereitschaft seien nicht, wie gewohnt, vorhanden. „Wir gehen zur Zeit nicht richtig in die Zweikämpfe, sind da etwas zu lasch“, verdeutlicht Anetzberger. Und vorne fehle die letzte Gier, das Tor unbedingt erzielen zu wollen.
Nicht immer schlecht gespielt
Trainer Anton Autengruber verweist zugleich auf die schwierigen Voraussetzungen. Studenten mit Prüfungen, Urlaub, Krankheiten, Verletzungen sowie Formschwankungen hätten den Entwicklungsprozess empfindlich gestört. Vor allem die Abwehr konnte sich kaum einspielen: „Wir sind nie mit der gleichen Hintermannschaft in dieser Saison auf dem Spielfeld gestanden.“
Und personell gibt es weiterhin sehr viele Unwägbarkeiten – in der Dienstagseinheit beispielsweise fehlten Paul Ranzinger, Paul Kinateder und Jonas Rasshofer krankheitsbedingt. Ihre Einsätze am Samstag um 17.30 Uhr gegen den siebtplatzierten SV Garham? „Völlig offen. Wir hoffen natürlich darauf, dass sie spielen können. Bei uns kommt gerade immer viel zusammen“, so Anetzberger.
Der Kopf kann ein guter Mitspieler sein, aber auch ein harter Gegenspieler.
Trainer Anton Autengruber
Trotz der angespannten Lage betont Autengruber die gute Trainingsarbeit der Mannschaft. „Wir haben analysiert und versuchen Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer Besserung führen. Einen Zaubertrank wie bei Asterix und Obelix, der magische Kräfte verleiht und der die Probleme sofort behebt, gibt es nicht. Die Mannschaft hat in den Einheiten aber signalisiert: Sie will gewinnen. Unbedingt. Das ist die beste Botschaft und die richtige Einstellung.“
Am Wochenende soll es mit der Wende klappen. Für Anetzberger ist es „schon ein richtungsweisendes Spiel.“ Die Vorgabe ist einfach: den Match-Plan umsetzen, hinten gut stehen und vorne die Chancen nutzen. Autengruber nimmt die sportliche Lage ebenfalls sehr ernst, warnt gleichzeitig aber davor, wegen zu verkrampfen. „Der Kopf kann ein guter Mitspieler sein, aber auch ein harter Gegenspieler.“ Entscheidend sei, als Mannschaft aufzutreten. „Eine Mannschaft kann nur als Team bestehen. Dafür muss jeder seinen Beitrag leisten und die bestmögliche Leistung abrufen, mit allen fairen Mitteln um den Sieg kämpfen, um am Ende in den Spiegel schauen zu können, ohne sich dabei etwas vorwerfen zu müssen.“
Platzt bei Torjäger Schwarz der Knoten?
Und vielleicht schließt sich dann auch ein Kreis zu Fabian Schwarz. Ein Treffer des Torjägers wäre angesichts seiner bisherigen Saisonbilanz besonders wertvoll sein – und sollte er sein Formtief vor dem gegnerischen Gehäuse abstellen können, dann das zum Signal werden, auf das Oberdiendorf so sehnlich wartet: dass sich die Dinge endlich wieder in die richtige Richtung drehen, auch das fehlende Spielglück zurückkommt und die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur in der Bezirksliga Ost findet.
Quelle: Heimatsport.de -- MIchael Hausladen
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